StartseiteKolumne

...und schon geht es los. Gerüchte, Halbwahrheiten und Lügen werden verbreitet und nehmen ungehindert ihren Lauf.

Sie ziehen ihre Kreise durch alle Schichten, oft sogar durch fremde Länder. Kommen sie bei den betroffenen Tratschopfern wieder an, dass es sich selbst nicht mehr wiedererkennt. Die Wege von Klatsch und Tratsch sind verschlungen wie ein Labyrinth, und bei Nachforschungen verläuft man sich nur allzu schnell, oder wird durch das Mäntelchen der Verschwiegenheit, welches sich das Klatschmaul schnellstens überstreift, ausgebremst.

Nehme man es doch als Kompliment, denn wer nichts Außergewöhnliches erlebt, nichts Interessantes und Eigenes vollbringt, dürfte wohl kaum in so vieler Munde sein.

Ein geübtes Lästermaul lebt ein Stück in dem Leben seiner Opfer. Es scheint in ihm zu nagen und das Feuer immer wieder zu schüren. Es läßt ihm keine Ruhe und keinen Freiraum um selbst kreativ zu sein. Linkisch und argwöhnisch, wie ein gehetztes Tier auf der Lauer, beobachtet es seine Opfer. Passiert nichts, so wird der eigenen Phantasie freien Lauf gelassen.

Klatschmäuler sind meistens Feiglinge. Wenn sie die meist wenig spektakuläre Wahrheit hören wollten und würden sie über genug Rückgrat und Mut verfügen, gingen sie auf das Objekt ihrer Neugierde zu und würden einfach fragen.

Aber nein, sie sind feige und haben vielleicht auch Angst, dass ihr Lügengebäude einstürzt wie ein Kartenhaus. Gerüchte ausschmücken und Lügen weitertratschen ist viel interessanter und macht Spaß.

Für diese Kolumne recherchierend, auf der Suche nach dem "Warum" und nach Zitaten, die hier ihren Platz finden könnten, traf ich auf eine wahre Flut von Informationen, Studien, Geschichtliches, bis hin zu Zitaten aus der Bibel.

Fazit: Lästern, Tratsch und übles Geschwätz gab es immer schon und gehört zu uns Menschen wie das Atmen.

Nehmen wir es als Kompliment, wenn wir so interessant sind, dass sich die Lästermäuler das Schandmaul zerreißen.

Sehen wir den sozialen Aspekt, weil sie nichts Eigenes haben und anscheinend selbst kaum etwas erleben.

Jedoch ist es schon erstaunlich, welche Energie aufgewandt wird, selbst Einkommen und Ausgaben anderer Mitmenschen über Jahre hinweg zu berechnen! Welche Verluste sie einstecken mußten, wie teuer ihr Lebensunterhalt und ihre Mieten sind, und das alles mit guten Ratschlägen gespickt. Getratscht wird über alles und jeden. Es wird sich in die Kindererziehung eingemischt, in die Haushaltsführung und Tierhaltung. Vergaßen sie den doch so trefflichen Spruch mit dem Glashaus...? Wer hat sie gefragt, wer wollte ihre Meinung hören?

Wäre man aus dem gleichen Holz geschnitzt, könnte man ebenfalls den Aufwand des Lästerns berechnen, und hätte exakt die Zeit, die diese Leute für eigene Aktivitäten einsetzen könnten, sofern entsprechendes Potential vorhanden sein sollte.

Wie man es auch dreht und wendet, das üble Geschwätz ist weder zu verstehen noch nachzuempfinden. Warum auch?

Ich halte es seit einigen Jahren so, dass ich, sobald mir jemand etwas "stecken" möchte, frage: "Kann ich den Namen der Informationsperson haben und ihn ansprechen?" Ist es nicht so, dann ist die Information für mich wertlos. Warum soll ich mich damit belasten?

Jedoch kann man sich nicht immer gegen üble Nachrede wehren, in dem Falle ist Zurückhaltung geraten. Denn wer mir etwas Vertrauliches zuträgt, der wird es beim Nächsten ebenso halten, und über mich herziehen.

Also Vorsicht, wenn es mal wieder heißt: "Ich will ja nicht lästern, aber..." Das nächste Opfer sind garantiert Sie!

Nehmen wir es mit einer Spur Humor!

Angelika Kammer

Die Kolumne
Haben Sie ein Telefon?
SitemapImpressum